X

روشانه

 سايت زنان روشن انديش و روشنگر

 
   

Nadia Fasel

 

Frauen in Afghanistan als Sexobjekte und Gebärmaschinen

 

Wieder ist Afghanistan im Fokus der Medien und in der Aufmerksamkeit der Welt, wieder diese schrecklichen Bilder und Worte, die uns mit Schrecken, Angst und Furchtbarem schockieren.

 

Aber diesmal nicht wie leider gewohnt von physischer Gewalt in Form von blutigen Anschlägen und Explosionen, nein, diesmal in einer anderen, aber gleichermaßen brutalen Form der Verachtung von Menschenrechten auf breiter Front.

 

Das Regime Hamid KARSAI in Afghanistan hat im Inland bis heute mit seiner Korruptheit und Unprofessionalität und international nach außen durch seine Unzuverlässigkeit und Wankelmütigkeit all das in sie gesetzte Ver-

trauen und große, unverbrauchte Hoffnung verspielt.

 

Dass Präsident KARSAI sich so vehement um die Akzeptanz und Beteiligung sogenannter „gemäßigter“ Taliban buhlt, dass seine Unterschrift immer mehr Gesetze besiegelt, die nur das Ziel verfolgen zur landesweiten Scharia zu gelangen, das ist schon längst kein Geheimnis mehr.

Zeigt doch aktuell das Ehegesetz vom 2.4.2009 wie unverhohlen essentielle Menschenrechte wie zum Beispiel Gleichberechtigung, Recht auf Selbstverwirklichung und das Recht auf Menschenwürde durch die afghanische Gesetzgebung vor den Augen der Welt missachtet werden.

 

Wie gut ist die aufwallende weltweite Empörung ob der per Gesetz festgeschriebenen, (nicht nur) frauenfeindlichen Regeln wie Verheiratung von 7-9-jährigen Mädchen, Zwangsehe mit der Konsequenz einer oft lebenslangen Vergewaltigung in der Ehe in so vielen Fällen sowie der nun gesetzlich vorgeschriebene Beischlaf zu verstehen und nachzuvollziehen.

 

Dem neuen Gesetz auch noch als Errungenschaft anzurechnen, dass sich die Anzahl der Paragraphen zum vorherigen um die Hälfte verringert hat und dass man jetzt eine Frau nicht mehr bestraft, wenn sie mit hörbaren Schritten geht, verhöhnt alle sehenden und wissenden Menschen auf dieser Welt.

 

Es ist klar und offenkundig, dass man westliche Demokratiemodelle, die ja auch Jahrhunderte lang gereift sind, nicht unadaptiert und vor allem nicht ad hoc über die afghanische Gesellschaft stülpen kann.

Es ist aber auch klar, dass man durch immer offensivere Implantierung islamischer Werte und Gesetze in die Staatsgesetzgebung den Wege zu einer „natürlich gewachsenen“ Demokratie immer weiter verlässt und dieses Ziel damit nie erreichen wird.

 

So werden in Afghanistan die so  vielen gesellschaftlichen Gegensätzen immer mehr zementiert - einerseits spricht man vollmundig und in der aufgeklärten Welt um Beifall heischend von Gleichberechtigung - andererseits praktiziert man als Staat aber die islamischen Regeln - ein Widerspruch per se.

Das Leben der Frauen in Afghanistan war und ist nur ihr Akzeptieren einer Hölle in Vergangenheit und Gegenwart - sträflich ist es die in den Städten tendenziell unterschiedliche Ausprägung dieses unmenschlichen Lebens und Leidens auf das ganze Land zu projizieren.

 

Besonders auf dem Land und in den Vororten der Städte leben die Menschen streng nach den geltenden frauenfeindlichen Regeln.

Dies hat sich seit der Talibanherrschaft besonders ausgeprägt und auch während der internationalen Aufbauunterstützung bis heute so fortgesetzt.

 

Allerorts landauf und landab ist gesellschaftliches „Top-Thema“ die Sexualität und die Bedeutung der Frau.

Warum?

 

In dem durch so lange und viele Kriege und Fremdherrschaft geschundenen Land, in dem ein so fürchterlich großer, die Prosperität hemmender Analphabetismus herrscht, in dem mangelnde Bildung und Berufsperspektiven dominieren, das sich selbst nicht ernähren kann, ein Land, in dem die Gewalt, Kriminalität und Korruption die nur rudimentär vorhanden Administration und Verwaltung noch mehr bis zur Wirkungslosigkeit schwächt, in der in so vielen Gegenden Menschen immer noch wie im Mittelalter tagelang von A nach B reisen müssen, das am Energie- und Ressourcentropf des Auslands hängt und das nach so langer Zeit der Ausnahme- und Katastrophenzustände und der Heimatlosigkeit der Flüchtlinge so laut nach Normalität schreit - gibt es da nichts Wichtigeres als immer und immer wieder „Thema No 1 - Sexualität und Umgang mit und Bedeutung der Frau“?

 

Was zwingt den Gesetzgeber in Kabul sich immer wieder um Frauen, um deren Rechte und Verhalten in der Gesellschaft zu kümmern, wären nicht endlich die Hausaufgaben aus den oben genannten Problemfelder vorrangig und endlich mit echter Entschlossenheit zu erledigen und sich dabei - so nebenher - auch noch ein bisschen um die ganze Problematik des ausnahmslos von Männern organisierten Drogenanbaus und -handelns und, wenn man schon Schariaregeln in Gesetze einbaut, sich um deren für viele Menschen nachteiligen Missbrauch oder „Interpretation“ zu kümmern?

 

Die Geberländer, die Milliardensummen an Finanz- und materielle Hilfe ins Land pumpen und die ihre Menschen mit gutem Willen zur Unterstützung des Aufbaus unter Lebensgefahr entsenden, werden diese Entwicklung unausweichlich in das Kalkül ihrer Überlegungen hinsichtlich der Kontinuität und Umfänge ihres zukünftigen Engagements ziehen.

Ob der Regierung KARSAI diese Gedanken bei derem Handeln Berücksichtigung fanden und finden? In der Verantwortung für ein Volk in Unsicherheit und Not und leider immer noch in großer Abhängigkeit?  

 

Afghanistans Frauen tragen die Hauptlast der Kriege und des immer noch gegenwärtigen Terrors.  In vielen Familien mit Kriegs- und Terroropfern tragen sie die gesamte Verantwortung, in der Regel die gesamte Arbeit und die tägliche Sicherung der Versorgung - und, dass im 21. Jahrhundert die Frauen in der Öffentlichkeit ihren gesamten Körper unter der Bürde von „beweglichen Gefängnissen“ wie „Buckra“ oder „Tschadari“, diese meist blauen, zeltähnliche Säcke, zu bedecken haben, um nicht durch die Sichtbarmachung ihrer Äußerlichkeit die Selbstbeherrschung der sie im täglichen Leben und Alltag umgebenden Männlichkeit zu provozieren.

 

Wie die westlicher Politiker ihre Empörung über den § 132 des neuen Eherechts inhaltlich verbalisierten demonstriert noch einmal aufs Neue die Defizite des Westens im Wissen um und über Afghanistan.

 

Zuerst: Afghanistan braucht dringend ein höheres Engagement im Bildungsbereich.

 

Zweitens muss man berücksichtigen, dass in einem islamischen Regime latent immer die Gefahr besteht, dass, wie im Falle der neuen Eherechtsgesetze, immer sehr leicht - vorder- oder hintergründig - religiöse Regeln und Vorgaben im Gestaltungsprozess der Gesetzesinhalte Eingang finden und damit staatsrechtlichen, verbindlichen Charakter erfahren.

 

Schon alleine diese jetzt mit den Gesetzen offenkundig gewordenen Auswirkungen verbieten die Vermischung von Religion und umzusetzender Politik - nur eine säkulare Regierungsform ist anzustreben und durch Unterstützung von innen und außen zu fördern und zu festigen.

 

Mit diesem Prozess des Umdenkens entsteht die Hoffnung, dass im Laufe der Zeit auch die Frauen endlich ihre ihnen zustehenden Rechte auf dem Papier erhalten, diese sukzessive in der Wahrnehmung und im Selbstverständnis der Gesellschaft Eingang finden und letztendlich auch im Alltag als natürlich, als normal praktiziert werden.

 

Das Vorhandensein und das Anwenden natürlicher Rechte in die Staatsgesetzgebung sind Voraussetzung einer natürlichen und breit getragenen, stabilen Gesellschaft.

 

Andernfalls bleiben gebildete und aufgeklärte Menschen, alle Frauen und rechtlose Gesellschaftsteile immer der Gefahr der Unterdrückung und für Leib und Leben ausgesetzt.

Religiösen Interessengruppen und Scharlatanen bleiben weiterhin Tor und Tür einer ungehinderten Unterminierung und Einflussnahme weit geöffnet.

 

Das westliche Engagement, alle bisherigen Opfer, Entbehrungen, kulturellen Verluste wären sinnlos und umsonst - das bisherige Leiden in dunkler, ausweglosen Tristesse wird ein ständiges bleiben, Frauen und blutjunge Mädchen werden ihre in vielen Teilen des Landes die ihnen zugestandene und reservierte Opferrolle als quasi rechtlose Gebärmaschine und Sexobjekt auf lange Sicht behalten.

 

 

برگشت

پيام زنان برای زنان

 

 

 

 

X